Szenische Lesung „Joseph von Nazareth“ am 14. Dezember in der Basilika
Rezipient ist kein Unbekannter
Er war der Ziehvater von Jesus, er war offensichtlich Zimmermann und er hat seine unerklärlich schwanger gewordene Verlobte nicht verlassen. Viel mehr geht aus den Schriften nicht hervor und so verblasst Joseph von Nazareth – eben erst in den biblischen Erzählungen eingeführt – wieder schnell hinter Volkszählung, Herbergssuche, Hirten und morgenländischen Weisen zu einem Schatten, bevor er ganz verschwindet.
Der Autor Sebastian Aperdannier versucht ihm nun eine eigene Geschichte zurückzugeben. In den ersten drei Kapiteln seines Romans „Joseph von Nazareth“ beleuchtet er einen eher schüchternen Mann bei der Liebeswerbung um Maria, sowie seinen Zwiespalt und sein Dilemma angesichts ihrer plötzlichen Schwangerschaft. Er macht sich auf nach Bethlehem und landet nach vergeblicher Herbergssuche zur Geburt seines Sohnes unter den Ausgestoßenen der damaligen Zeit, bevor er sich und seine kleine Familie vor den Häschern Herodes‘ in Sicherheit bringen muss. Aus ungewohnter Perspektive und in dichter Abfolge wohnen die Zuhörer an diesem Abend einer Liebes-, Geburts-, Flucht- und Exilgeschichte bei.
Sebastian Aperdannier wird die Geschichte selbst rezitieren. Er ist kein Unbekannter in der Basilika: Bereits an Karfreitag begeisterte er viele Menschen mit seinem Ein-Mann-Theaterstück „Die Verteidigungsrede des Judas“. Musikalisch begleitet wird die szenische Lesung von der Organistin Alla Brukwin.
Die Veranstaltung findet am Sonntag, den 14. Dezember 2025, um 18 Uhr in der St. Antonius Basilika in Rheine statt. Der Eintritt ist frei. Es wird um eine Spende zur Unterstützung humanitärer Hilfe durch „Medico International“ für Gaza, Ukraine und Sudan gebeten.