Kirchengebäude in Sankt Antonius

Unsere Kirchen sind mehr als Gebäude aus Stein oder gar museale Zeugnisse aus vergangener Zeit – sie sind Orte des Glaubens, der Begegnung und der Geschichte. Jede Kirche in unserer Pfarrei erzählt ihre eigene Geschichte, spiegelt das Leben der Menschen vor Ort und lädt ein zum Innehalten, Beten und Feiern. Entdecken Sie hier die Vielfalt unserer Kirchen – vertraute Räume, die durch Menschen lebendig werden und in denen Glauben Gestalt annimmt.

St. Antonius

Anfang des 20. Jahrhunderts führte das Wachstum der Textilindustrie zur Neugründung einer Pfarrei auf der rechten Seite der Ems. Inspiriert vom damaligen Dechanten Pietz (1840–1915) entstand nach den Plänen des Architekten Johann Franz Klomp (1865–1946) einer der aufwendigsten Kirchenbauten der letzten Phase des Historismus in Deutschland. Die Kirche wurde am 4. April 1904 eingesegnet, die Altarweihe erfolgte allerdings erst im Jahr 1925. Sie ist ein Nachbau der romanischen Stiftskirche St. Michael in Hildesheim und besitzt mit 102,5 Metern den höchsten Kirchturm des Münsterlandes. Die Antonius- und die Taufkapelle wurden von Carl Wenzel ausgemalt, die Krypta – den römischen Katakomben nachempfunden – stammt von Friedrich Stummel. Vom 25. Dezember bis zum 25. Januar ist in der Krypta eine große Krippenlandschaft zu sehen. Ein Archiv dokumentiert die Bau- und Frömmigkeitsgeschichte der Kirche.

St. Josef

Die ursprüngliche Kapelle wurde 1895 im neuromanischen Stil errichtet. Der Turm wurde 1953 erbaut. Eine östliche Erweiterung erhielt die Kirche 1962/63 von Architekt Bernd Kösters aus Münster. Das Kreuz auf der Ostwand wurde 1966 von der Künstlerin Hilde Schürk-Frisch gestaltet. 1994 wurde eine Marienfigur in der Künstlerwerkstatt Jetter in Vreden nach einem gotischen Vorbild gefertigt. Durch die Gestaltung der südlichen Fensterfront, besonders der Hintergrund des Taufbrunnens, wird die Kirche bei Sonnenschein in ein farbenfrohes Licht getaucht. Die Orgel wurde 1998 von der Firma Lobback in Neuendeich bei Hamburg gebaut. 

St. Ludgerus

Die Ludgerus-Kirche wurde im November 1951 im Stadtteil Schotthock eingeweiht.
Mit einfachen Mitteln entstand eine klassische Wegekirche. Besonders prägend ist die große Rosette im Westwerk, die bei Abendsonne den ganzen Kirchraum in warmes Licht eintauchen lässt. Im Jahr 2007 wurde die heutige Innengestaltung der Kirche realisiert, bei der sich der Altar tatsächlich als Zentrum des Gottesdienstraumes zeigt und die Gemeinde sich ganz um den Altar versammelt. Zwischen feiernder Gemeinde und den Liturgen gibt es bewusst keine Abgrenzungen mehr, zusammen bilden sie den einen Leib Christi.

St. Konrad

Am 19. November 1961 wurde in Gellendorf die Standort- und Pfarrkirche „St. Konrad im Walde“ eingeweiht. Zu der Zeit brauchte der Bundeswehrstandort Rheine dringend einen Kirchraum, so dass das Gelände, das die Familie Kümpers zur Verfügung stellte, wie gerufen kam. Am 15. August 1963 wurde das bisherige Rektorat St. Konrad zur selbständigen Pfarrei erhoben. Die Kirche wurde am 22. November 2009 durch den damaligen Generalvikar Norbert Kleyboldt profaniert. Dennoch steht die Kirche im Blickfeld der Elter Straße als Zeichen christlichen Lebens in Gellendorf. Tatsächlich geht das kirchliche Leben weiter im Gemeindehaus St. Konrad, das hinter der Kirche liegt. Hier ist der Kindergarten St. Konrad angesiedelt. Auf Initiative von Gemeindemitgliedern wurde ein Glockenturm neben der neu eingerichteten Kapelle im Gemeindezentrum errichtet.

Herz-Jesu Kirche

Am 4. September 1938 weihte Bischof Clemens August Graf von Galen die Herz-Jesu Kirche ein. Der Architekt Josef Franke erbaute das Kirchengebäude, das heute unter Denkmalschutz steht. Dominierend ist der Kontrast zwischen der hellen Kirche und der dunklen Holzbalkendecke. Die Fenster der Kirche gestaltete Margarethe Franke. Eine Besonderheit sind das blaue Marienfenster und das goldbraune Eucharistiefenster im Chorbereich. In ihm ist auch das Wappen des Bischofs Clemens August Graf von Galen zu sehen.

St. Marien

Die Kirche St. Mariä-Himmelfahrt wurde 1950/52 im neuromanischen Stil von Architekt H. Klostermann, Rheine, erbaut. 
1944 war eine Notkirche für den Sonntagsgottesdienst für den östlichen Teil der Antonius-Pfarrei erstellt worden. Das Kruzifix der Kirche, um 1370/80 geschaffen, stammt aus Süddeutschland. Die Kreuzwegstationen schuf der Bildhauer Josef Krautwald 1953. Tabernakel, Taufbrunnen und Osterleuchter wurden in Bronze von Reinhard Schröder 1967 gefertigt. Die Entwürfe der Fenster stammen vom Künstler Ludwig Baur 1966. Bei der Chorraumgestaltung 1990 erwarb die Gemeinde eine Marienfigur mit dem segnenden Jesuskind aus Süddeutschland (Franken) um 1470. Die Orgel wurde 1976 von der Firma Klais aus Bonn mit 22 Registern erbaut.

Lambertihaus

Das neue Lambertihaus, 2023 feierlich eingeweiht, ist heute ein lebendiger Mittelpunkt des Stadtteils Altenrheine. Da es hier keine eigene Kirche gibt, werden im Lambertihaus auch die Gottesdienste der Gemeinde gefeiert – jeden Sonntag finden Eucharistiefeiern statt. Mit drei modernen Gruppenräumen und einer gut ausgestatteten Küche bietet das Haus vielfältige Möglichkeiten: für Begegnung, Gemeinschaft, Feiern und gelebten Glauben. Es ersetzt das Lambertihaus der 1970er Jahre und wurde klimafreundlich geplant und gebaut. Direkt neben der Lamberti-Kita gelegen, ist das Lambertihaus ein offener Mehrzweckbau, der Menschen zusammenführt und dem Stadtteil ein neues Zuhause gibt.