Auf den Spuren der Tödden - Seniorengemeinschaft Herz-Jesu radelte zum Töddendorf Mettingen


Die wohl bekanntesten Heimatgemeinden der westfälischen Tödden Hopsten, Recke und Ibbenbüren bildeten Stationen und Zwischenhalte der Senioren-Radfahrgruppe Herz-Jesu (über 20 Mitfahrende bei kaltem, jedoch sonnigem Wetter)) am vergangenen Dienstag (14. Mai 2019). Diese Gemeinschaft hatte sich zum Ziel gesetzt, Teile des Tödden-Radweges zu erkunden. Immer dem großen weißen „T“ auf schwarzem Grund fol­gend führte der bestens ausgewiesene Radweg dann zu Mittag in die heimliche Hauptstadt, das gastliche Tüöttendorf Mettingen.

Im „Tüötten-Museum“ erhielten die Teilnehmer dabei einen Einblick in die Leinenherstellung zwischen 1500 und 1850, den Anbau des Rapses, ins Schneiden der reifen Gewächse, ins Hecheln der Fasern bis zur Fertigung des hochwertigen Gewebes, und das alles in Handarbeit. Die Gästeführerin informierte auch über die Geschichte des Töddenhandels und den Lebensumständen der Mettinger Tüöttenfamilien. Der Name Tödden soll nach einer Lesart aus dem Flämischen/ Holländischen kommen und Tauschen, Handeln bedeuten.

Töd­den, auch Tüötten oder Tüödden genannt, waren saisonal wandernde Kaufleute und Hau­sierer aus West­falen und angrenzenden Regionen, die insbesondere das in ländlich-häus­lichen Betrieben während des Winters von den Frauen hergestellte Leinen im folgenden Sommer vornehm­lich in den Nieder­landen (daher auch Hollandgänger) verkauften. Seit dem 17. Jahr­hundert zogen sie als rei­sende Händler durch das Land. Zunächst brachten sie Leinen, spä­ter aber auch Kurz- und Eisenwaren „an den Mann“. Die größte Ausdehnung des Tödden­handels hat es im 18. und 19. Jahr­hundert gegeben, bevor die beginnende Industriealisierung und die Baumwollproduktion vor etwa 200 Jah­ren zum Ende des Wanderhandels führte.

Aus Töddengemeinschaften haben sich die noch heute namhaften großen Handelshäuser wie C&A Brenninkmeijer, Hettlage oder Peek & Cloppenburg (P&C) entwickelt.

Einige Informationstafeln, reich verzierte Gebäude und in Bronze gegossene Personen (Töddenhändler) am Weges­rand informierten umfassend und auf spannende Weise über das Leben und Arbeiten der bekannten Wanderkaufleute. Insofern gestaltete sich die Radtour der Seniorengemeinschaft Herz-Jesu sowohl zu einem interessanten Geschichts­erlebnis als auch zu einem unter­haltsamen Tagesausflug.

Der Dank der teilnehmenden Radler galt der Museumsleiterin im Tüötten-Museum Mettingen für die fach- und sachkundigen Ausführungen sowie Reimund und Wolfgang für die gelungene Vorbereitung und Leitung der Tour.

Die nächste Fahrt der Seniorengemeinschaft Herz-Jesu führt am Dienstag, 11. Juni 2019, ins südliche Emsland zu einem Spargelgasthof. Unterwegs werden die Neubauten der Dort­mund-Ems-Kanal-Schleusen und -brücken in Gleesen und Hesselte besichtigt.

Auf dem Foto die teilnehmenden Radler vor dem Tüötten-Museum, begleitet von den Bronzestatuen „Bergmann“ und „Tüötte“.

Kontakt

Pfarrei St. Antonius Rheine

Bevergerner Straße 25, 48429 Rheine
Nordrhein-Westfalen

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Telefon: 05971 / 801690
Telefax: 05971 / 80169-129

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